|
|
Philipp Galen
ein deutscher Schriftsteller und Arzt, wurde am 21. Dezember 1813 unter dem bürgerlichen Namen Karl Ernst
Philipp Lange in Potsdam geboren. Nach Abschluss seiner Schulausbildung studierte er in Berlin Medizin, um wie sein Vater
Arzt zu werden. 
Mit 22 Jahren fand Galen Aufnahme in das Friedrich-Wilhelm-Institut für Psychatrie. Als Unterarzt empfing er hier
wichtige Anregungen zu
seinem ersten Roman Der Irre von St. James. 1845 wurde Galen Militärarzt und lebte seit 1847 in Bielefeld, wo er seine
spätere Frau kennenlernte. Aus seiner Ehe mit Marie Louise Körner stammt seine Tochter Else Galen-Grube, die
ebenfalls Schriftstellerin wurde. Nach seiner Hochzeit praktizierte Galen für kurze Zeit als Landarzt im Teutoburger
Wald, wo er sich nebenher wieder dem Schreiben widmete. 1849 nahm er als Chefarzt eines Feldlazaretts am Feldzug in
Schlesien und später auch am Wintermarsch der Preußen in Kurhessen teil. Eine Typhuserkrankung brachte ihn
1857 wieder nach Potsdam zurück, wo er als Oberstabsarzt im September 1878 in den Ruhestand ging. Am 18. Februar
1899 verstarb er im Alter von 85 Jahren in seiner Geburtsstadt Potsdam.
Galens frühzeitig unternommene Versuche, die karge Besoldung als Militärarzt durch seine literarische
Tätigkeit aufzubessern, hatten aufgrund seiner schriftstellerischen Begabung großen Erfolg. Galen schrieb
insgesamt 32 Romane, ein Theaterstück und mehrere Humoresken und galt als einer der spannendsten Erzähler
seiner Zeit. Sein Werk, das stark unter dem Einfluss der Romane von Eugene Sue, Wilkie Collins und
Alexandre Dumas steht, fügte dem deutschen Gesellschaftsroman die Note des Sensationellen hinzu.
Mitunter wird Galen auch als der deutsche Walter Scott bezeichnet. Franz Brümmer, ein Zeitgenosse und Herausgeber
des "Biografischen Jahrbuchs von 1900" bescheinigte Galen "ein liebenswürdiges
Erzählertalent, plastische Gestaltungskraft und die Gabe, interessante Charaktere zu erfinden".
Galens eigene Jugend und das heimatliche Potsdam beschreibt der Roman Walter Lund aus dem Jahre 1855. Dem folgte Fritz Stilling, der
Lebensroman eines Arztes, der vermutlich ein Tribut an das Leben seines Vaters darstellte, der ihn zum Medizinstudium zwang und nicht bereit
war, dem Wunsch des Sohnes zur Schauspielausbildung nachzugeben. Der Roman Der Inselkönig, dem "Verlagscontor in Grimma und Leipzig"
als Philipp Lange zum Druck angeboten, erschien ohne sein Wissen unter dem Namen Galen und der Autor behielt dieses Pseudonym auch für seine
anderen Werke bei. Als Galens wichtigste Romane gelten:
- Der Inselkönig
- Emery Glandon
- Der Leuchtturm auf Cap Wrath
- Der Irre von St. James
- Der Sohn des Gärtners
- Der grüne Pelz
- Die Fürstendiener
- Walter Lund
- Fritz Stilling
- Der Strandvogt von Jasmund
Viele Werke von Galen wurden erst lange nach ihrer Entstehung veröffentlicht, so auch sein literarisch bedeutsamstes und bekanntestes
Buch Der Irre von St. James, ein früher deutscher Kriminalroman, der im Jahre 1854 erstmals erschien, und der hier neu vorgelegt wird.
Zum Inhalt des Romans Der Irre von St. James:
Auf einer Englandreise trifft der deutsche Arzt Robert in der Irrenanstalt von St. James auf den angeblich verrückten Mr. Sidney, einen
geheimnisvollen Mann, der eine starke Faszination auf ihn ausübt. Robert gewinnt das Vertrauen Sidneys, eines reichen Lords, der in der
Anstalt unter falschem Namen lebt und von seinem bösartigen Bruder Mortimer um sein Erbe gebracht werden soll. Um dem von ihm bewunderten
Mann zu helfen, unternimmt Robert eine abenteuerliche Reise durch England, die nicht allein dem Ziel dient, den widerrechtlich Eingesperrten
aus den Fängen seiner Feinde zu befreien, sondern die auch der Suche Ellinors gilt, der wunderschönen Gattin des Lords, von der dieser am
Tage seiner Hochzeit gewaltsam getrennt worden ist, und von deren Verbleib niemand mehr etwas weiß.
Der Irre von St. James ist eine ebenso spannende wie wohltuend zu lesende Geschichte, die ganz den romantischen Geist des 19. Jahrhunderts
atmet und die uch rund 170 Jahre nach ihrer Entstehung mit großem Genuss gelesen werden kann.
|
|